Warum deine Wirkung nicht erst mit dem ersten Satz beginnt.
Du betrittst den Raum. Stellst dich vorne hin. Blick ins Publikum.
Noch bevor du „Guten Morgen“ sagst, hat dein Publikum bereits etwas wahrgenommen.
Deine Körpersprache.
Wie du stehst. Wohin du schaust. Wie du dich bewegst. Wie du atmest. Ob du Raum einnimmst – oder dich klein machst.
Körpersprache ist deshalb beim Präsentieren kein Zusatzprogramm.
Sie ist Teil deiner Botschaft.
Präsenz beginnt mit Haltung
Eine aufrechte, stabile Körperhaltung signalisiert Präsenz.
Das bedeutet nicht: Brust raus, Bauch rein und möglichst wenig bewegen.
Es geht um etwas viel Einfacheres:
Stehe so, dass du dich selbst sicher fühlst.
Beide Füsse am Boden. Schultern locker. Atmung frei. Körper aufgerichtet.
Wer körperlich ankommt, kann auch mental ankommen.
Blickkontakt schafft Verbindung
Wer auf eine Folie, den Laptop oder seine Notizen schaut, kommuniziert unbewusst:
„Das hier ist gerade wichtiger als ihr.“
Natürlich darfst du auf deine Folien schauen.
Aber die wichtigste Person deiner Präsentation ist nicht dein Bildschirm.
Es sind die Menschen vor dir.
Blickkontakt schafft Verbindung, Aufmerksamkeit und Vertrauen.
Nicht alle gleichzeitig anstarren – sondern einzelne Menschen wirklich anschauen und den Blick weiterwandern lassen.
Hände sind keine Gegner
Viele Menschen wissen beim Präsentieren plötzlich nicht mehr, wohin mit ihren Händen.
In die Hosentaschen? Verschränken? Hinter dem Rücken verstecken?
Die gute Nachricht:
Deine Hände dürfen mitreden.
Gesten können Aussagen unterstützen, Grössenverhältnisse zeigen, Unterschiede verdeutlichen und Emotionen transportieren.
Dabei gilt nicht „mehr ist besser“.
Sondern:
Natürlich ist besser als einstudiert.
Bewegung braucht einen Grund
Auf der Bühne hin und her zu laufen, macht noch keine Präsenz.
Im Gegenteil: Permanente Bewegung kann das Publikum ablenken.
Bewege dich deshalb bewusst.
Zum Beispiel:
Ein neuer Gedanke → ein neuer Standort.
Eine wichtige Aussage → stehen bleiben.
Eine Frage ans Publikum → Blickkontakt und Ruhe.
So bekommt auch deine Bewegung eine Bedeutung.
Und dann ist da die Stimme
Körpersprache endet nicht bei Händen und Füssen.
Auch Stimme, Sprechtempo, Pausen und Atmung gehören zu deiner Wirkung.
Wer nervös ist, spricht häufig schneller.
Wer unsicher ist, wird leiser.
Wer zu viel sagen will, lässt kaum Pausen.
Dabei kann gerade eine Pause unglaublich wirkungsvoll sein.
Sie gibt dem Publikum Zeit zu denken – und dir Zeit zu atmen.
Praktischer Tipp: Der Körpersprache-Check
Nimm dich bei der nächsten Präsentationsprobe 60 Sekunden mit dem Smartphone auf.
Nicht um deine Folien zu kontrollieren.
Sondern nur dich.
Schau danach einmal mit ausgeschaltetem Ton zu.
Frage dich:
👣 Haltung: Wirke ich präsent und stabil?
👀 Blick: Schaue ich mein Publikum an – oder hauptsächlich meine Folien?
🙌 Hände: Unterstützen meine Gesten meine Botschaft?
🚶 Bewegung: Bewege ich mich bewusst oder aus Nervosität?
⏸️ Pausen: Halte ich wichtige Momente aus?
Und die wichtigste Frage:
Würde ich mir selbst gerne zuhören?
Wenn die Antwort noch nicht ganz „Ja“ lautet: nicht verzweifeln.
Körpersprache ist keine Prüfung, die man bestehen muss.
Sie ist ein Werkzeug, mit dem du deine Persönlichkeit sichtbar machen kannst.
Dein Körper spricht immer mit.
Sorge dafür, dass er dasselbe sagt wie du.
Besser präsentieren heisst nicht, eine Rolle zu spielen.
Es heisst, präsent zu sein.
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